Nach gerade einmal 3,5 Stunden Schlaf klingelte der innere Wecker – der Sonnenaufgang war bereits durch die Hüttenfenster zu sehen. An richtiges Ausschlafen war nicht zu denken: Die stickige, trockene Luft im Schlafraum mit sieben weiteren Personen hatte starkes Hostel-Feeling, nur eben mitten in der Natur. Ich konnte mich trotzdem gut erholen und war klar im Kopf, Mone hingegen fühlte sich noch deutlich müde. 🌅😴
Zum Sonnenaufgang ging es erstmal raus – frische Luft, Weite, Ruhe. Dieser Moment allein war es schon wert. Danach gab es Porridge und unseren vorbereiteten Kaffee – kalt, aber dringend nötig. Dann die große Frage: Welcher Weg heute? Den matschigen Track von gestern wollten wir definitiv nicht noch einmal gehen, also entschieden wir uns für die ursprünglich geplante Route – 8 Stunden, rund 20 Kilometer. ☕🥣🤔
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Die Knie waren schon etwas angeschlagen, aber wir fühlten uns fit. Der Start hatte es direkt in sich: große Felsblöcke bergab, eher Klettern als Wandern. Nach den ersten drei Stunden gerade einmal drei Kilometer – ernüchternd, aber gleichzeitig beeindruckend. Der Weg war technisch anspruchsvoll, klar nichts für Anfänger. 🪨🥾😮
Der Vortag steckte uns noch in den Knochen, dazu kamen vier Bachüberquerungen, teilweise barfuß, weil das Wasser zu tief war oder Brücken fehlten. Der Weg verlangte alles ab. Nach etwa vier Stunden erreichten wir den Travers River und später den Lake Rotoiti. Doch auch hier blieb es hart: Schlamm, Wurzeln, ständiges Auf und Ab – und das alles mit schweren Rucksäcken. 🌊🌿💪
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Als wir endlich am See ankamen, die nächste Ernüchterung: noch 12 Kilometer vor uns – nach bereits sechs Stunden Laufen. Also weiter. Begegnungen mit entgegenkommenden Wanderern halfen mental enorm. Man redete sich ein, es könne nicht mehr weit sein – aber Kilometer lügen nicht. 😅🚶♂️🚶♀️
Noch eine letzte Bachüberquerung. Ein Paar Mitte fünfzig bot uns sogar an, unsere Rucksäcke zu tragen – ein unglaublich netter Moment. Wir lehnten ab: erschöpft, aber stabil, genug Wasser, und wir wollten es alleine schaffen. Der letzte Anstieg zum oberen Carpark war der härteste Teil. 20 Kilometer lagen bereits hinter uns, aber Aufgeben war keine Option. ⛰️🎒🔥
Dann endlich das Schild: „30 Minuten zum Carpark“. Und dann waren wir da. Zurück am Auto. Ich legte mich einfach auf den Schotter und genoss es, nicht mehr weiterlaufen zu müssen. 40 Kilometer in zwei Tagen – der mit Abstand härteste Hike, den wir je gemacht haben. 🪧🚗😌
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Wir waren gut vorbereitet, keine Frage. Im Nachhinein hätte man diese Tour aber definitiv auf drei bis vier Tage aufteilen können. Trotzdem: eine Erfahrung fürs Leben. 📍📚🧠
Zum Essen hatten wir keine Energie mehr. Also gab es eine wilde Mischung aus hartgekochten Eiern, Thunfisch, Wraps, Kraut, Reiswaffeln, Honig, Banane und Peanutbutter. Danach endlich Rucksack auspacken, eine Dusche im Camper (unfassbar gut) und weiter zu einem freien Campingplatz. Zähne putzen. Ab ins Bett. 🥚🥪🚿🛏️
Für alle verrückten hier nochmal auf Komoot der Track, einmal der ursprünglich geplante von 30 Kilometern und was daraus wirklich wurde als Screenshot.
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